02 WC-Anlage am Domplatz von Hans-Peter Feldmann

Foto: Thomas GüntherBei dem Projekt “02 WC-Anlage am Domplatz von Hans-Peter Feldmann” auf der Skulptur Projekte Münster 07 liegt der Vorwurf der Trivialität auf der Hand. Vollkommen zu Unrecht. Es wird dem Kunstwerk vorgeworfen, dass ja jeder eine bunte Lampe in eine öffentliche Toilette hängen könnte. Es macht jedoch niemand außer Hans-Peter Feldmann. Und er hat noch andere Dinge mit dem WC angestellt.

Foto: Thomas GüntherSchon der Anblick der Toilettenanlage auf dem Domplatz ist sehr positiv. Wenn man die zuvor schmuddelig erscheinenden Geländer anschaut, so erstrahlen dort herrliche Geranien. Wenn man die Treppe nach unten folgt, kommt man in ein sauberes und geschmücktes WC. Ein bunter Leuchter hängt im Raum. Dazu erschallt eine fröhliche Musik. Hier geht man gerne hin. Skuril ist jedoch, dass die meisten Menschen hier gar nicht einem ureigenen Bedürfnis nachgehen, sondern die Toilette inspizieren und Fotos (vor allem von der Lampe) machen.

Was soll das ganze? Neben einem ganz praktischen Nutzen thematisiert der Konzeptkünstler den Umgang und die Entwicklung des öffentlichen Raums. Viele Toiletten sind verkommen und qua Selbstselektion nur noch von einer bestimmten Bevölkerungsgruppe frequentiert. Zudem kommerzialisiert sich zunehmend das Geschäft mit dem Geschäft. Nach der Umgestaltung von Hans-Peter Feldmann erstrahlt diese öffentliche Toilette aus dem Jahre 1955 (zuletzt renoviert 1987 zu Papstbesuch) in einem neuen Licht.

Foto: Thomas GüntherAuch wenn man diesem Projekt nicht viel abgewinnen kann: Als Münsteraner freut es mich doch immer wieder, dass Touristen nach Münster kommen nur um sich ein vorbildlich gestaltetes öffentliches WC anzuschauen. Und hoffentlich nehmen sie diese Impressionen mit und verschönern die Toiletten überall.

1 Kommentar zu “02 WC-Anlage am Domplatz von Hans-Peter Feldmann”

  1. Edition Skulptur (Projekte Mnster) schreibt:

    […] Gerade durch diese Niedrigschwelligkeit der Kunst beginnt eine Reflektion darber, was als Kunst zu betrachten ist und was nicht dazu gehrt. Und das soll Kunst sein oder Das kann ich auch, sind hufige Kommentare von Besuchern. Dabei wird unbewusst die Grenzziehung von Kunst thematisiert und ignoriert, dass die Veranstalter gerade diese Grenze auflsen wollen. Dies zeigt sich beispielsweise an dem Projekt 02 WC-Anlage am Domplatz von Hans-Peter Feldmann. Damit wird eindrcklich die Nutzung des ffentlichen Raums ber eine praktische Fragestellung thematisiert. […]

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